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Aktuelle Ausgabe Winter 2009

Editorial

Liebe Familienmentschen,

Chanukka, Weihnachten, Jahreswechsel – endlich kehrt etwas Ruhe ein. Nach Latkes und Plätzchen, Dreidel drehen und Adventskalender öffnen, geht es nun wieder weniger hektisch zu. Aufatmen können jüdische Familien, die im Weihnachtsoverkill jedes Jahr aufs Neue versuchen, ihren Kindern zu erklären, warum sie der Weihnachtsmann nicht besucht. Aufatmen können aber auch gemischt jüdisch-nichtjüdische Paare, die sich wieder einmal dem Dezember-Dilemma stellen mussten, sowohl Chanukka als auch Weihnachten gefeiert haben und ordentlichen Stress hatten.

Dieses Heft ist unseren Jungs an der Schwelle zum Mannwerden gewidmet. Wenn ein Junge sein dreizehntes Lebensjahr vollendet hat, wird er nach jüdischer Auffassung volljährig. Er gilt nun als reif genug, alle göttlichen Gebote zu erfüllen, von deren Befolgung er als Kind befreit war. Er wird ein „Sohn des Gebots“, hebräisch: Bar Mizwa. Bei Mädchen findet das Ganze bereits ein Jahr früher statt und heißt Bat Mizwa. Lange Zeit war es eher Sache des Mannes, religiöse Literatur zu studieren. Von der Frau wurde erwartet, dass sie ihre Nase in den Kochtopf steckte und nicht in eine Torarolle. Darum verwundert es auch nicht, dass es bis zum 19. Jahrhundert für Mädchen keine der Bar Mizwa vergleichbare Zeremonie gab. Erst mit dem Aufkommen der Reformbewegung wurden die Rufe nach einer gleichberechtigten Teilnahme am Studium des jüdischen Gesetzes und am Gottesdienst immer lauter – die Bat Mizwa war geboren. Diese Entwicklung zu zeigen, braucht jedoch mehr Platz, den wir uns für eine andere Ausgabe von Familienmentsch aufheben.

Neben Knallern, Wunderkerzen und leckeren Häppchen, gehören zur weltlichen Jahreswende jede Menge guter Vorsätze, wie mehr jüdisches Familienleben gestalten, alte Traditionen neu entdecken und Jüdischkeit selbstverständlich leben. Das jedenfalls haben wir uns für 2009 vorgenommen. Wenn Ihre Vorsätze unseren ähneln, dann

bleiben Sie in diesem Sinne weiterhin a Familienmentsch!

Ihre Redaktion

Sandra Anusiewicz-Baer und Anja Spiller

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